Aus dem aktuellen Rundschreiben von Martin (vom 1. Juni) +++ Futtermangel im Mai +++ Späte Ablegerbildung +++ Tierwohl +++ Vereinstreffen im Juni im Kleingarten +++ 

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3 oder besser 4 Kilo Futter - das sind 2 volle Futterwaben - sollte dem Bienenvolk jederzeit zur Verfügung stehen. Ein starkes Volk nimmt im Mai locker 3 Kilo Futter in der Woche auf, ohne einen nenneswerten Vorrat anzulegen. Wenn dann - so wie in diesem Jahr - der Eintrag an ungünstigen Standorten (vor allem wenn keine Rapsfelder in der Nähe waren) nur wenige Kilo betragen hat, geraten die Völker schnell in Not. Es beginnt eine Abwärtsspirale. Der Brutumfang wird reduziert, die Völker hören auf zu wachsen, es wird weniger eingetragen, im Extremfall verhungert das Volk im Mai oder Juni.
An solchen Standorten wird der Vorrat, der an den wenigen Flugtagen im Honigraum angelegt wurde, oft in kurzer Zeit wieder aufgebraucht, so dass auch bei sehr starken Völkern bei der Durchsicht keine Honigkränze an den Waben vorhanden sind. Standen die Völker in der Nähe von Rapsfeldern, und kam es dadurch zu einem durchnittlichen Nektareintrag, konnte man Ende Mai schön erkennen, dass die einstmals vollen Honigwaben zum Teil wieder aufgebraucht waren.
Für viele sicher ein schwieriges Jahr, aber auch ein lehrreiches was den Zusammenhang von Futterversorgung und Volksentwicklung anbelangt. "Normal" vor dem Winter aufgefütterte Völker konnten zur Zeit der Kirschblüte noch von den Futterwaben profitieren, die wir in durchschnittlichen Jahren als überschüssiges Winterfutter zur Ablegerbildung entnehmen. Im Laufe des Aprils wurde dieser Vorrat oftmals aufgebraucht. Futtermangel und geringer Polleneintrag aufgrund der kühlen Witterung (wobei die Pollenversorgung erst nach 1-2 Wochen ohne Ausflug problematisch wird) führten dazu, dass die Entwicklung der Völker gehemmt wurde. Einzargige Völker hatten Schwierigkeiten den zweiten Brutraum zu besetzen, und auch zweizargige Völker taten sich schwer alle 18 Wabengassen zu füllen. Wir mussten die Völker genau im Auge behalten. Normalerweise würden wir zur Fütterung aus starken Völker Futterwaben entnehmen. Doch auch die waren bei dem ein oder anderen nicht mehr vorhanden, so dass mit Futtersirup oder Futterteig zugefüttert werden musste. Zufüttern im Mai kann bei einer kurzfristig einsetzenden Tracht zu Problemen beim Honig führen. Deshalb sollte man die notwendigen Futtermengen im wöchentlichen Abstand in nicht zu großen Mengen geben.  
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Auch für die Ablegerbildung Anfang Mai hatte der Futtermangel Folgen. In der Erwartung einer einsetzenden Tracht im Mai wollte man aus den Völkern, die Ende April gerade so in die Gänge gekommen waren, nicht schon 1 oder 2 Brutwaben entnehmen. Auch kein Problem, da man auch Ende Mai noch Ableger bilden kann, dann allerdings nicht mehr mit 1 sondern mit 2 bis 3 Brutwaben. Doch auch hier stellt sich das Problem den fehlenden Futterwaben. Wir brauchen zwar keine 3 Kilo Futter für einen Ableger, aber 1 Kilo sollten es schon sein. Wenn man das nicht nicht hat, bleibt nur das Füttern, was bei Ablegern ohne Königin äußerste Räubereigefahr bedeutet. Erfahrungsgemäß löst Futterteig, auf der Rahmenoberseite aufgelegt, am wenigsten Räuberei aus. Nach der Sommersonnenwende ist das Füttern von Ablegern ohne Königin fast nicht möglich - deshalb dann lieber eine hoffentlich vorhandene Honigwabe nehmen. 
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Wie unterschiedlich die Tracht an gar nicht soweit auseinanderliegenden Standorten in diesem Jahr sein kann berichtete mir ein Imkerkollege aus Sprockhövel. An einem Standort mit Raps in der Nähe hatte er eine durchschittliche Tracht, wohingegen ein paar Kilometer weiter gähnende Leere herrschte. Tierschutz war in der Imkerschaft über viele Jahrzehnte kaum ein Thema. Mittlerweile werden Kriterien für eine artgerechte Haltung entwickelt. Von merkwürdigen Beutensystemen, die keine angemessene Betreuung ermöglichen, wird abgeraten und auf eine schonende Bearbeitung der Völker geachtet. Ein wichtiges Kriterium ist aber auch, dass die Völker in unserer Obhut immer genügend Futter zur Verfügung haben. 
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Unser nächstes Vereinstreffen findet am 10.6.2021 um 18.00 Uhr im Bienengarten in der Kleingartenanlage an der Goethestraße statt. Wir treffen uns im Freien mit Maske.
Falls die Coronazahlen es nicht zulassen oder falls es regnet alternativ um 19.00 Uhr per Zoom-Konferenz. 
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